Flug-Verkehr


 

Laura Palmer aus Lynchs Twin Peaks ist ja die angebliche schönste Leiche der Hollywood-Filmgeschichte.

Aber Louis Palmer – das ist wieder jemand anderes:

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Am 3. Juli ist der Abenteurer mit seinem Solar-Taxi mit maximal 90 km/h in Luzern los gedüst.

Ein Kindheitstraum wird für ihn wahr, wenn er, unterstützt von Sponsoren, für 16 Monate auf Weltreise geht.
Auf dem Anhänger, den Louis von Stadt zu Stadt hinter sich herzieht, befinden sich Solarzellen, zwei Hochleistungsbatterien im Gefährt liefern den Strom für sein Mobil.
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Wenn man mal Louis’ Reiseberichte der vergangenen Jahre liest, ist er eigentlich das wandelnde Beispiel für ein Modell der so genannten Multimodalität, der Fortbewegung mit unterschiedlichen Verkehrsträgern:

* 1994/5 fuhr er mit dem Fahrrad 10.180 km durch Afrika
* 1996 Flog er 6000 km über den USA in einem Ultra-Leicht-Flugzeug
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* 1998 Überquerte er Argentinien, Uruguay und Brasilien mit dem kleinsten Flugzeug (ebenfalls ein Ultralight Airplane), das jemals über Südamerika geflogen ist
*1999 nahm er am World Solar Challenge in Australien teil (bei dem man „mit Teams aus 20 Ländern beweisen wollte dass es auch ohne fossile Brennstoffe vorwärts geht“)
* 2001 fuhr er mit dem Auto (uiuiu, das passt aber nicht so gut zum klimafreundlichen Motto!) Von Luzern nach Nepal

Sein Motto: No petrol? No problem.

Und: Mein Ziel ist es zu beweisen, dass man mit solch einem Fahrzeug sogar um die Erde fahren kann. Betrieben mit der Kraft der Sonne. Start: Anfang Juli 2007 in Luzern. 50′000km. 50 Länder. 15 Monate. 5 Kontinente.

Mehr Infos zum Solar-Taxi, Bilder und Vodcasts über die Mobilitäts-Rekorden des mutigen Louis finden Sie unter:


http://www.louispalmer.ch/

Mit dem Wirtschafts-Artikel „Ökoshow der Kerosinfresser“ druckt der Spiegel eine recht eindrucksvolle Überschrift zum Thema Luftfahrtbranche und Klimawandel.

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Oder besser gesagt zum Thema Luftfahrt und Öko-Werbung. Hier zunächst die gemeinte Passage, damit Sie im Bilde sind:


LUFTFAHRTMESSE LE BOURGET

Schon hat Rutter die Faltkarte gezückt, die die Fluglinie seit kurzem bei Brechtüte und Bordinformationen in den Rückenlehnen der Vordersitze mit verstaut hat: das „eco-label“. Darin können die Fluggäste genau nachlesen,wie sehr sie auf ihrer Reise gerade Luft verschmutzen. Co2-Ausstoß pro Sitz fürs Gesamtflugzeug, auch der Lärm wird gemessen. Um die wilden Zahlnereihen und Erklärungen irgendwie anschaulich zu machen, gibt es in allen Kategoiren Bewertungen von A…. bis F…, die zur Sicherheit auch noch farbig rot bis grün unterlegt sind. Draußen donnern derweil allerlei schnittige Jets mit ohrenbetäubendem Lärm vorbei, sie fliegen wilde Pirouetten…

Die Branche und die zuständigen Politiker stellen ihr grünes Gewissen zur Schau, Grashalme, Blumen und grüne Wälder schmücken ihre Präsentationen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,489304,00.html

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Und natürlich. Mit dem Wandel des Klimas verändert sich schleichend auch die Werbung. Was nicht mehr ins Bild der sanften grünen Revolution paßt, wird passend gemacht. Bio-Lebensmittel, Bio-Mode und Natur-Kosmetik dienen allesamt als Beispiele für eine nachvollziehbare „Ökologisierung“ unserer Lebensbereiche. Solange drinnen ist, was drauf steht, versteht sich. (Und darin – in der Verifizierung der Herkunft dieser Produkte - liegt manchmal das Problem).
Mit einem „eco-label-Programm“ für Billig-Flieger kommt es aber zu bizarren Ausuferungen der Öko-Manie. Ich nehme diese wahnwitzige Werbestrategie als Anzeichen für eine Öko-Werbe-Welle, bei der Produkt und Umwelt am Ende als eine harmonisierende Symbiose dargestellt und die Verbraucher verhohnepiepelt werden. Wie im Falle der Co2-reichen Flugreisen und dem Klima-Wandel. So wird ein Umdenken in der breiten Bevölkerung verhindert und die Hemmschwelle zum klimafeindlichen Lebenswandel gesenkt.

Lesen Sie  dazu auch den Klima-Blog im Handelsblatt:  http://bergius.blogg.de/trackback.php?id=49

 

„Ja, im Namen des Weltklimas würde ich mehr Geld für Mobilität ausgeben.“ Das haben 62% der Befragten in einer repräsentativen Forsa-Umfrage gesagt. Die Geiz ist Geil-Strategie greift vor dem Hintergrund globaler Gemeinschaftsaufgaben also überhaupt nicht. Zumindest in einigen Teilen der Bevölkerung.

Wie steht es aber um unsere Vernunft, wenn Schnäppchen-Angebote in die Sonne, die Berge oder europäische Shopping-Metropolen locken? Um es ganz direkt zu sagen: Wenn es um „Nix-wie-weg“-Flugreisen und damit eine Reise in der Kerosin-Schleuder geht? Das Bedürfnis der Reisenden nach größtmöglicher Bequemlichkeit bei kleinstmöglichen Tarifen scheint instinktiv verankert zu sein.

Vodcast zum Thema Flugreisen: http://www.green.tv/aviation

Allianz der Bahner gegen Billigflieger

Und weil der Billigflieger im Wettbewerb um die innereuropäischen Kunden den bislang teureren Zug abgehängt hat, schmieden europäische Bahner gegen die Dumpingpreise einen Plan: Sie wollen eine Allianz namens “Railteam” bilden.

Wird das Bündnis etwas bringen? Wie sehr müssten Bahnpreise sinken und Flugpreise steigen, damit die Rechnung aufgeht. Wahrlich – Europa ist kein Riesen-Kontinent, ein Norddeutscher könnte Bella Italia gut und gerne auf Rädern erreichen. Eine Zugfahrt von Hamburg nach Mailand zum Beispiel dauert derzeit insgesamt 13 Stunden, ihr stehen circa 5 Stunden Flugreise gegenüber, die Anfahrt zum Flughafen, Abfertigung, Wartezeit, Ankunft, Passkontrollen, Gepäckausgabe und die Fahrt ins Mailänder Zentrum eingerechnet.

Wer verzichtet aber auf den Flieger? Wer macht mit? Und vor allem – ab welchem Preis?

Schadstoffemissionen durch Kerosin steigen und steigen

Um 73 Prozent sind die weltweiten CO2-Emissionen von EU-Flugzeugen zwischen 1990 und 2003 gewachsen, was einer jährlichen Zuwachsrate von über vier Prozent entspricht. In diesem Tempo wird, so ein Bericht der Europäischen Kommission, die Zunahme der Emissionen aus dem Luftverkehr mehr als ein Viertel der Reduktionen neutralisieren, die das Kyoto-Ziel der EU bis 2012 vorsieht.

Trotzdem reißt das Geschäft mit den Sparpreisen nicht ab. Im Gegenteil. Als Reaktion auf das zwischen der EU und den USA getroffene Open Skies Abkommen werden zukünftig Zehn-Euro-Flüge nach New York in das Programm der Low-Cost-Carrier aufgenommen. Die Zahl der Passagiere zwischen den beiden Kontinenten stiege dann möglicherweise innerhalb von fünf Jahren von 50 auf 75 Millionen pro Jahr. Wiederum könne das Abkommen zehntausende Arbeitsplätze schaffen und beiden Partnern Kosteneinsparungen von bis zu 12 Milliarden Euro bringen, prognostiziert eine EU-Studie.

 

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Big Apple ab zehn Euro – Emmissionshandel nur für Idioten?

Flugreisende werden billige Transatlantik-Flüge voraussichtlich ab 2010 mit der irischen Airline Ryanair buchen können. Fünf bis sechs US-amerikanische Städte will Ryanair anfliegen, kündigte der als Querkopf bekannte Ryanair-Chef Michael O’Leary in der Internet-Ausgabe von „Flight International“ an. Kerosinschleudern – na und? Emissionshandel sei etwas für Idioten, meinte O’Leary in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:

… Wir sollten dagegen sein. Der Luftverkehr ist für zwei Prozent der Emissionen verantwortlich – wir sollten ihn billiger machen und nicht teurer. Wir haben so viel in neue Technologien investiert, dass der Ausstoß pro Passagier immer weiter sinkt. Aber diese Idioten sind ja besessen davon, ja nur politisch korrekt zu sein und bei der Umweltlobby nicht anzuecken.
…Den Luftverkehr weiter zu besteuern wird überhaupt nichts bringen. Sie können die Fliegerei zwei Jahre lang komplett einstellen, und es wird nichts ändern. Wenn Sie wirklich was tun wollen, sollten sie sich mal um Kraftwerke kümmern, die sind für 26 Prozent verantwortlich.
…Die ganze Debatte ist doch sowieso absurd: Russland wird nichts machen, die USA auch nicht, Asien auch nicht. Die lachen doch über diese Liberalen aus der europäischen Mittelklasse, die ach so besorgt sind. Die Chinesen nehmen jede Woche ein neues Kraftwerk in Betrieb.“

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/314/105209/

Warnende Stimmen vertreten eine andere Meinung: der Weltklimarat berichtet

„Keine Form der Mobilität ist klimaschädlicher als das Fliegen. Die Emissionen, die bei der Verbrennung des Flugzeugtreibstoffs Kerosin entstehen, bestehen überwiegend aus Kohlendioxid sowie aus Wasserdampf, Stickoxiden, Sulfat- und Ruß-Aerosolen. Die Kombination dieser Stoffe hat nach Einschätzung des Weltklimarates IPCC eine zwei- bis viermal stärkere Treibhauswirkung als die gleiche Menge am Boden abgegebener Schadstoffe. Abgaspartikel, an denen Wasserdampf aus der Luft kondensiert, sind zudem verantwortlich für die Bildung von Kondensstreifen und hohen Schleierwolken. Diese vermindern ebenso wie die Treibhausgase die Wärmeabstrahlung der Erde.“ heißt es in dem im März 2007 heraus gegebenen Bericht „Klimawandel und Verkehr“ des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

http://www.emissionsportal.de/article306_5423.html

Trotzdem triumphiert in dieser Diskussion bislang Herr O’Leary, werden doch auf Kerosin keine Steuern und auf Flugtickets keine Mehrwertsteuer berechnet und bleibt die Flugbranche damit bislang von den Folgekosten des Klimaschutzes unberührt.
Sprecher anderer Airlines, wie Thomas Winkelmann, Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings, argumentieren damit, dass im Wettbewerb gleiche Chancen bestehen und wenn überhaupt, die Kerosinsteuer weltweit eingeführt werden müsse:

Wenn, dann brauchen wir da eine weltweite Allianz. Die Zeit der Insellösungen ist vorbei. Wenn Sie eine Flugökosteuer nur für die EU machen, freuen sich unsere Freunde in der Schweiz. Wenn Sie’s nur für Europa einführen, jubelt Emirates in Dubai, und die werden ohnehin mächtig subventioniert.”

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,470681,00.html

Welche Ideen die Airlines zum „klimafreundlicheren Fliegen“ schmieden und welche Schadstoffe die Flugzeuge ausstoßen, hören Sie hier:

http://www.podcast.de/sendung/343960/Klimawandel_-_ein_Thema_f%FCr_Luft-_und_Raumfahrt

Wie lange heben die Taxis noch ab?

Aktuell plant die europäische Kommission für Verkehr, laut eines Berichts der Abgeordneten Caroline Lucas, “ein umfassendes Maßnahmenpaket einschließlich rechtlicher, wirtschaftlicher, technologischer und operativer Instrumente”. Dieses Paket beinhaltet u.a. die Einführung von Kerosinsteuern auf alle Inlands- und alle Flüge innerhalb der EU. Zusätzlich plant man eine Verbesserung des Lufverkehrs-Managements durch die der Treibstoffverbrauch um acht bis achtzehn Prozent reduziert werden könne, eine Senkung der Emissionen versteht sich dadurch von selbst. Über die Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung zur Gewährleistung fairer Wettbewerbsbedingungen wird derzeit diskutiert.

Ein schöner Gedanke – einfach mit dem Taxi nach Paris fliegen. Zu schön um wahr zu sein, nur leider grau vernebelt durch bedrohliche Schadstoffe. Wie lange darf und wird es die fliegenden Europa-Taxis noch geben?