…Jogi, Daniel und Martin?

Sie waren gerade erst im Topkapi Palast, den sie „riesige Chill-Out-Area für Sultane“ nennen. Und sie schreiben fleißig an ihrem InterRail-Blog, der durch amüsante Fotos und Texte von ihrer Türkei-Reise erzählt. (Wobei Türkei reisende Jugendliche derzeit ja Stoff für ausufernde Debatten liefern…)

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http://interrail2007.skyrock.com/

Jedenfalls geben die drei Urlauber Anlass, einmal einen Blick auf die Tradition InterRail, den Abenteuer-Trip im europäischen Schienennetz zu werfen.

Was gibt es da nicht alles: wahre Interrail-Fan-Seiten in alle Sprachen, Tipps und Links bringen junge Weltenbummler zusammen. Wenn man ab heute ein paar Wochen Ferien hätte, könnte man unter anderem den Railpass Australien oder die Neuseeland-Kiwi-Experience mitnehmen.

Der Interrail Global Pass zum Beispiel gilt für verschiedene Bahnunternehmen in dreißig europäischen Ländern. Zu den teilnehmenden Bahnunternehmen gehört auch, laut Auflistung, die Attica Schifffahrtsgruppe.

http://www.interrail.net/

Man findet sie ziemlich mutig, die Mädchen, die hier im Forum von ihrer Reise ohne Begleitung berichten. Oder Menschen, die gut gelaunt 49 Stunden im Bus von London nach Estland sitzen, um dann quer durch Osteuropa zu fahren.

It would involve some prettty long uncomfortable journeys, but i get the impression it would be an insanely rewarding experience“, schreibt die Reisende dazu.

Für alle, die das mal nachmachen wollen…. noch ein Beitrag aus dem Netz:

  • 35 Jahre gibt es nun schon das Konzept InterRail. Seitdem sind unzählige vor allem junge, mittellose Menschen mit dem Bahnticket quer durch Europa getingelt und haben den Campingplätzen und Jugendherbergen volle Kassen beschert. Auch ich, als jemand der öffentliche Verkehrsmittel eigentlich generell ablehnt, muss gestehen, dass das ja auch eine feine Sache ist, dieses günstige Reisen per Bahn. Man ist relativ flexibel, lässt sich bequem überall hin karren man kann das Auto getrost zu Hause lassen, was weniger stresst und dazu noch die Umwelt erfreut. Jetzt….

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    http://www.traveliq.de/blog/2007-04-16/allgemein/interrail-per-mausklick/

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    Zum Abschluss kann man noch online Trainspotting betreiben, wenn man will. Das europäische Schienennetz ist eine spannende Sache…

    http://www.bueker.net/trainspotting/maps.php

    Mit dem Wirtschafts-Artikel „Ökoshow der Kerosinfresser“ druckt der Spiegel eine recht eindrucksvolle Überschrift zum Thema Luftfahrtbranche und Klimawandel.

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    Oder besser gesagt zum Thema Luftfahrt und Öko-Werbung. Hier zunächst die gemeinte Passage, damit Sie im Bilde sind:


    LUFTFAHRTMESSE LE BOURGET

    Schon hat Rutter die Faltkarte gezückt, die die Fluglinie seit kurzem bei Brechtüte und Bordinformationen in den Rückenlehnen der Vordersitze mit verstaut hat: das „eco-label“. Darin können die Fluggäste genau nachlesen,wie sehr sie auf ihrer Reise gerade Luft verschmutzen. Co2-Ausstoß pro Sitz fürs Gesamtflugzeug, auch der Lärm wird gemessen. Um die wilden Zahlnereihen und Erklärungen irgendwie anschaulich zu machen, gibt es in allen Kategoiren Bewertungen von A…. bis F…, die zur Sicherheit auch noch farbig rot bis grün unterlegt sind. Draußen donnern derweil allerlei schnittige Jets mit ohrenbetäubendem Lärm vorbei, sie fliegen wilde Pirouetten…

    Die Branche und die zuständigen Politiker stellen ihr grünes Gewissen zur Schau, Grashalme, Blumen und grüne Wälder schmücken ihre Präsentationen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,489304,00.html

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    Und natürlich. Mit dem Wandel des Klimas verändert sich schleichend auch die Werbung. Was nicht mehr ins Bild der sanften grünen Revolution paßt, wird passend gemacht. Bio-Lebensmittel, Bio-Mode und Natur-Kosmetik dienen allesamt als Beispiele für eine nachvollziehbare „Ökologisierung“ unserer Lebensbereiche. Solange drinnen ist, was drauf steht, versteht sich. (Und darin – in der Verifizierung der Herkunft dieser Produkte - liegt manchmal das Problem).
    Mit einem „eco-label-Programm“ für Billig-Flieger kommt es aber zu bizarren Ausuferungen der Öko-Manie. Ich nehme diese wahnwitzige Werbestrategie als Anzeichen für eine Öko-Werbe-Welle, bei der Produkt und Umwelt am Ende als eine harmonisierende Symbiose dargestellt und die Verbraucher verhohnepiepelt werden. Wie im Falle der Co2-reichen Flugreisen und dem Klima-Wandel. So wird ein Umdenken in der breiten Bevölkerung verhindert und die Hemmschwelle zum klimafeindlichen Lebenswandel gesenkt.

    Lesen Sie  dazu auch den Klima-Blog im Handelsblatt:  http://bergius.blogg.de/trackback.php?id=49

     

    Also. Es ist amtlich mit den grünen Taxis für New York. Auf der „Achse des bösen Klimawandels“, in den USA nämlich (George Bush handelte sich diesen netten Titel ein. Und zwar 2001 nach dem US-amerikanischen „Nein“ zum Kyoto Protokoll) tut sich etwas. Grüne Taxis für New York. Immerhin.

     

    Und bei uns? Wer und wo und wann machen wir den Anfang für einen Co2-ärmeren Verkehr? Von „exzessivem Gebrauch“ an Privatautos spricht man, wenn man in der EU-Kommission für Verkehr über Europas Verkehrsverhalten debattiert.
    Lärm, Abgase und eine steigende Zahl von Verletzten und Verkehrstoten haben politische Diskussionen veranlasst, denen – der Klima-Debatte sei Dank – jetzt Taten folgen sollen.

    Ein Verkehrs-Kontrollsystem in Europa solle her. Mit „grüneren Transportmethoden“ und einem Fokus auf mehr Sicherheit auf den Straßen. Fragt sich nur, ob man sich lediglich auf den Auto-Verkehr konzentriert oder endlich auch die umweltschonenderen Verkehrsmittel – Busse, S-Bahnen, U-Bahnen und Züge und auch den Bau von sicheren Fahrradwegen – unterstützt! Die Londoner Regierung, die überquellenden Straßen der bunten Metropole vor Augen, griff als erste durch und bat Autofahrer im Stadt-Zentrum zur Kasse. Im Februar 2003 führten die Briten eine Staugebühr für Londons Innenstadt ein.

    In Deutschland laufen erste Umfragen zur Abstimmung: „Sind Sie für eine PKW-Maut auf deutschen Straßen?“

    - „Nein“, meinen die meisten, die an ersten Online-Umfragen teilgenommen haben. Kosten würden nur umgelegt, eine riesige Summe für Verwaltungs- und Technik- Kosten käme auf uns zu, die Besteuerung für Autofahrer liefe ins Unermessliche. Verständliche Sorgen und nachvollziehbare Argumente.

    Und Sie? Finden Sie die PKW-Maut sinnvoll?

     

     


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    Hier eine kurze Hintergrund-Information zum Thema:

    1958 war das Jahr, in denen die Römischen Verträge in Kraft traten. Seitdem versucht Europa in wichtigen Bereichen mehr oder minder an einem Strang zu ziehen. Und das Thema Verkehr zählt zu den allerersten Politikbereichen, in denen die Europäische Gemeinschaft aktiv wurde.

    Ein Sorgenkind von Stunde Null an sozusagen. – Nur als kleiner Hinweis am Rande…

    Am Ende noch ein paar Zahlen aus der Statistik:

    Der Verkehrssektor nimmt eine wichtige Position in der Europäischen Union ein. Er erwirtschaftet 7% des Bruttoinlandprodukts (BIP) und stellt 7% der Arbeitsplätze. 40% der Investitionen der Mitgliedstaaten fließen in den Verkehrsbereich, der auch 30% des Energieverbrauchs der Gemeinschaft verursacht.


    New Yorker Asthmatiker können aufatmen. Die Luft könnte sich im Laufe der nächsten Jahre verbessern.

    Bürgermeister Michael Bloomberg kündigte am 22. Mai 2007 an, die 13000 Taxis der Stadt durch gas- und strombetriebene Autos ersetzen zu wollen.
    Momentan bewegen sich 375 dieser Hybridfahrzeuge auf New Yorker Straßen, 1000 sollen es bis 2008 noch werden. Weitere 20% der Fahrzeuge sollen jährlich bis 2012 ausgetauscht werden. Die Stadt bereite auch die Inbetriebnahme von hybriden Bussen, Müllfahrzeugen und Autos vor, so der Bürgermeister.

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    Bloombergs Nachhaltigkeitsstrategie zielt darauf ab, CO2-Emissionen bis 2030 um 30% zu verringern. In der „alten Welt“ ist das Ziel der EU noch höher gesteckt; hier will man die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller Neuwagen bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer senken. Trotzdem – was die Effektivität anbelangt, sind die New Yorker schneller. Bloomberg möchte schadstoffreiche Taxis durch klimaschonende austauschen, was die positiven im Vergleich zu Europa beschleunigen würde. In der EU werden alte, umweltschädliche Fahrzeuge wahrscheinlich für mindestens zehn weitere Jahre im Betrieb bleiben.

    Tempolimit, hohe Steuern für Co2-Sünder oder Schwindel erregende Benzinpreise. Schön und gut. Aber warum kompliziert leben, wenn es auch einfacher geht? Im Blog des Sundance Channels, dem Green Blog, bloggt man in dieser Woche zum Thema „Drive.“

    Der Titel klingt schön dynamisch und erfasst den Kern der Sache. Der Autor beschreibt das notwendige Bedürfnis des Menschen nach Transport und über die damit logische Verknüpfung mit der Abhängigkeit. Die Abhängigkeit von der nächst gelegenen Tankstelle, mit der wir wiederum gemeinsam auf eine weltweite Kette von Öl- und Gaslieferanten angewiesen sind. „Centralization“ nennt man diese Form der Versklavung im Englischen.

    Dazu zeigt der Blog den Film „big ideas for a small planet: a no gas computer vehicle“.

    http://www.sundancechannel.com/home/

    Die Zeit ist reif

    Auch bei uns bricht schleichend eine neue Ära an. Die Zeit ist überreif für eine Lösung, die weg vom Voll-Benziner geht. Herr Tiefensee fährt jetzt mit Wasserstoff, weitere alternative Fahrweisen befinden sich in der innovativen Testphase.

    Es wird dauern, ja, vielleicht. Auto-Fans und stolze Sportwagen-Besitzer werden die Letzten sein, die sich überzeugen lassen. Sie hätten am meisten unter der Umstellung auf alternativ betriebene Fahrzeuge zu leiden. Auch wenn es da auch schon ganz schicke Lösungen gibt.

    Irritiert betrachten sie vorbei fahrende Smart-Lenker, die ihren Elefantenrollschuh im Gewimmel des Stadtverkehrs in winzigen Lücken parken.

    Nein, so wollen sie wirklich nicht enden.

    Alternative Kraftstoffe müssen her

    Wie denn nun? Was aber, wenn das Öl und damit das Benzin zu Goldpreisen am Markt gehandelt wird – wenn die Umstellung auf alternative Treibstoffe nicht nur aus Umweltgründen dringlich wird?

    Hybrid- oder Brennstoffzellenfahrzeuge und Kraftstoffe wie Ethanol, Biodiesel oder Brennstoffe aus Biomasse heißen einige Perspektiven aus der Ideenschmiede der Forschung und Entwicklung. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) hat jüngst einen „Motor für alle Brennstoffe“ zum Laufen gebracht. Dieser Motor auf der Basis eines Freikolbenmotors kann mit unterschiedlichen Brennstoffen betrieben werden und verwandelt die Treibstoffe dann in elektrische Energie.

    Sind die alternativen Kraftstoffe ein Allheilmittel gegen den Co2-Ausstoß im weltweiten Autoverkehr?

    Nein! sagt Lester Brown, Präsident des Earth Policy Institute in Washington und Autor des Buchs „Plan B 2.0 Mobilmachung zur Rettung der Zivilisation“:

    „Die gewaltige Zahl von Biodiesel- und Ethanolfabriken, die im Bau oder in Planung sind, könnte dazu führen, dass schon in naher Zukunft nicht mehr genügend Getreide für den menschlichen Verzehr zur Verfügung steht. Kein Zweifel: Die Bühne ist frei für den Konflikt zwischen den 800 Millionen Autobesitzern und den weltweit 2 Milliarden Allerärmsten, die nur überleben wollen.“

    meint er bei Spiegel Online.

    http://www.spiegel.de/spiegelspecial/0,1518,474490,00.html

    Ist es dann egal, an welcher Stelle wir Ressourcen verbrauchen, welche Möglichkeit ist die Bessere?
    Bei uns jedenfalls wären rund 70% der Autofahrer bereit, vom Benziner auf ein Hybrid-Fahrzeug umzusatteln. Dieses Ergebnis kam zumindest bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS/Infratest heraus.

    Klima schonender David gegen Abgas pustenden Goliath

    Persönliches – und euopäisches – Umdenken ist besiegelt. Aber werden die klimafreundlichen Maßnahmen erhoffte positive Effekte bringen? Einige Beobachter weisen nämlich darauf hin, dass zunehmende Autonutzung (insbesondere in China und Indien) den Fortschritt, der im Sinne unseres Klimas durch die Einführung umweltverträglicherer Autos erzielt worden ist, wieder zunichte machen.

    Können wir in diesen Ländern überhaupt etwas erreichen? Die energiefressenden Aufschwungsländer gegen das in einer Blase des Umweltschutzes schwimmendes Europa?

    David geht mit guten Absichten voran – und Goliath ist dann doch nicht zu stoppen. Was können wir tun?


     


     

    „Ja, im Namen des Weltklimas würde ich mehr Geld für Mobilität ausgeben.“ Das haben 62% der Befragten in einer repräsentativen Forsa-Umfrage gesagt. Die Geiz ist Geil-Strategie greift vor dem Hintergrund globaler Gemeinschaftsaufgaben also überhaupt nicht. Zumindest in einigen Teilen der Bevölkerung.

    Wie steht es aber um unsere Vernunft, wenn Schnäppchen-Angebote in die Sonne, die Berge oder europäische Shopping-Metropolen locken? Um es ganz direkt zu sagen: Wenn es um „Nix-wie-weg“-Flugreisen und damit eine Reise in der Kerosin-Schleuder geht? Das Bedürfnis der Reisenden nach größtmöglicher Bequemlichkeit bei kleinstmöglichen Tarifen scheint instinktiv verankert zu sein.

    Vodcast zum Thema Flugreisen: http://www.green.tv/aviation

    Allianz der Bahner gegen Billigflieger

    Und weil der Billigflieger im Wettbewerb um die innereuropäischen Kunden den bislang teureren Zug abgehängt hat, schmieden europäische Bahner gegen die Dumpingpreise einen Plan: Sie wollen eine Allianz namens “Railteam” bilden.

    Wird das Bündnis etwas bringen? Wie sehr müssten Bahnpreise sinken und Flugpreise steigen, damit die Rechnung aufgeht. Wahrlich – Europa ist kein Riesen-Kontinent, ein Norddeutscher könnte Bella Italia gut und gerne auf Rädern erreichen. Eine Zugfahrt von Hamburg nach Mailand zum Beispiel dauert derzeit insgesamt 13 Stunden, ihr stehen circa 5 Stunden Flugreise gegenüber, die Anfahrt zum Flughafen, Abfertigung, Wartezeit, Ankunft, Passkontrollen, Gepäckausgabe und die Fahrt ins Mailänder Zentrum eingerechnet.

    Wer verzichtet aber auf den Flieger? Wer macht mit? Und vor allem – ab welchem Preis?

    Schadstoffemissionen durch Kerosin steigen und steigen

    Um 73 Prozent sind die weltweiten CO2-Emissionen von EU-Flugzeugen zwischen 1990 und 2003 gewachsen, was einer jährlichen Zuwachsrate von über vier Prozent entspricht. In diesem Tempo wird, so ein Bericht der Europäischen Kommission, die Zunahme der Emissionen aus dem Luftverkehr mehr als ein Viertel der Reduktionen neutralisieren, die das Kyoto-Ziel der EU bis 2012 vorsieht.

    Trotzdem reißt das Geschäft mit den Sparpreisen nicht ab. Im Gegenteil. Als Reaktion auf das zwischen der EU und den USA getroffene Open Skies Abkommen werden zukünftig Zehn-Euro-Flüge nach New York in das Programm der Low-Cost-Carrier aufgenommen. Die Zahl der Passagiere zwischen den beiden Kontinenten stiege dann möglicherweise innerhalb von fünf Jahren von 50 auf 75 Millionen pro Jahr. Wiederum könne das Abkommen zehntausende Arbeitsplätze schaffen und beiden Partnern Kosteneinsparungen von bis zu 12 Milliarden Euro bringen, prognostiziert eine EU-Studie.

     

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    Big Apple ab zehn Euro – Emmissionshandel nur für Idioten?

    Flugreisende werden billige Transatlantik-Flüge voraussichtlich ab 2010 mit der irischen Airline Ryanair buchen können. Fünf bis sechs US-amerikanische Städte will Ryanair anfliegen, kündigte der als Querkopf bekannte Ryanair-Chef Michael O’Leary in der Internet-Ausgabe von „Flight International“ an. Kerosinschleudern – na und? Emissionshandel sei etwas für Idioten, meinte O’Leary in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:

    … Wir sollten dagegen sein. Der Luftverkehr ist für zwei Prozent der Emissionen verantwortlich – wir sollten ihn billiger machen und nicht teurer. Wir haben so viel in neue Technologien investiert, dass der Ausstoß pro Passagier immer weiter sinkt. Aber diese Idioten sind ja besessen davon, ja nur politisch korrekt zu sein und bei der Umweltlobby nicht anzuecken.
    …Den Luftverkehr weiter zu besteuern wird überhaupt nichts bringen. Sie können die Fliegerei zwei Jahre lang komplett einstellen, und es wird nichts ändern. Wenn Sie wirklich was tun wollen, sollten sie sich mal um Kraftwerke kümmern, die sind für 26 Prozent verantwortlich.
    …Die ganze Debatte ist doch sowieso absurd: Russland wird nichts machen, die USA auch nicht, Asien auch nicht. Die lachen doch über diese Liberalen aus der europäischen Mittelklasse, die ach so besorgt sind. Die Chinesen nehmen jede Woche ein neues Kraftwerk in Betrieb.“

    http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/314/105209/

    Warnende Stimmen vertreten eine andere Meinung: der Weltklimarat berichtet

    „Keine Form der Mobilität ist klimaschädlicher als das Fliegen. Die Emissionen, die bei der Verbrennung des Flugzeugtreibstoffs Kerosin entstehen, bestehen überwiegend aus Kohlendioxid sowie aus Wasserdampf, Stickoxiden, Sulfat- und Ruß-Aerosolen. Die Kombination dieser Stoffe hat nach Einschätzung des Weltklimarates IPCC eine zwei- bis viermal stärkere Treibhauswirkung als die gleiche Menge am Boden abgegebener Schadstoffe. Abgaspartikel, an denen Wasserdampf aus der Luft kondensiert, sind zudem verantwortlich für die Bildung von Kondensstreifen und hohen Schleierwolken. Diese vermindern ebenso wie die Treibhausgase die Wärmeabstrahlung der Erde.“ heißt es in dem im März 2007 heraus gegebenen Bericht „Klimawandel und Verkehr“ des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

    http://www.emissionsportal.de/article306_5423.html

    Trotzdem triumphiert in dieser Diskussion bislang Herr O’Leary, werden doch auf Kerosin keine Steuern und auf Flugtickets keine Mehrwertsteuer berechnet und bleibt die Flugbranche damit bislang von den Folgekosten des Klimaschutzes unberührt.
    Sprecher anderer Airlines, wie Thomas Winkelmann, Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings, argumentieren damit, dass im Wettbewerb gleiche Chancen bestehen und wenn überhaupt, die Kerosinsteuer weltweit eingeführt werden müsse:

    Wenn, dann brauchen wir da eine weltweite Allianz. Die Zeit der Insellösungen ist vorbei. Wenn Sie eine Flugökosteuer nur für die EU machen, freuen sich unsere Freunde in der Schweiz. Wenn Sie’s nur für Europa einführen, jubelt Emirates in Dubai, und die werden ohnehin mächtig subventioniert.”

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,470681,00.html

    Welche Ideen die Airlines zum „klimafreundlicheren Fliegen“ schmieden und welche Schadstoffe die Flugzeuge ausstoßen, hören Sie hier:

    http://www.podcast.de/sendung/343960/Klimawandel_-_ein_Thema_f%FCr_Luft-_und_Raumfahrt

    Wie lange heben die Taxis noch ab?

    Aktuell plant die europäische Kommission für Verkehr, laut eines Berichts der Abgeordneten Caroline Lucas, “ein umfassendes Maßnahmenpaket einschließlich rechtlicher, wirtschaftlicher, technologischer und operativer Instrumente”. Dieses Paket beinhaltet u.a. die Einführung von Kerosinsteuern auf alle Inlands- und alle Flüge innerhalb der EU. Zusätzlich plant man eine Verbesserung des Lufverkehrs-Managements durch die der Treibstoffverbrauch um acht bis achtzehn Prozent reduziert werden könne, eine Senkung der Emissionen versteht sich dadurch von selbst. Über die Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung zur Gewährleistung fairer Wettbewerbsbedingungen wird derzeit diskutiert.

    Ein schöner Gedanke – einfach mit dem Taxi nach Paris fliegen. Zu schön um wahr zu sein, nur leider grau vernebelt durch bedrohliche Schadstoffe. Wie lange darf und wird es die fliegenden Europa-Taxis noch geben?

    Eine von berlinpolis in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 62 Prozent der Bürger bereit sind, mehr als bisher für die Nutzung von Auto, Bahn, Flugzeug oder anderen Verkehrsmitteln zu bezahlen, wenn das Geld vor allem dem Klimaschutz zugute käme. 89 Prozent aller Befragten sind dafür, dass besonders klimafreundliche Verkehrsmittel bei der Mehrwertsteuer begünstigt werden sollten, 66 Prozent befürworten eine Flugbenzinsteuer. Eine Erhöhung der Ökosteuer bei Auto-benzin lehnen dagegen vier Fünftel aller befragten Bürger ab (80 Prozent), auch eine Autobahn-Maut für Pkw lehnt die Mehrheit (63 Prozent) ab. Die Umfrage zeigt, dass die Bürger bereit sind, aktiv etwas für den Umweltschutz zu unternehmen. Diese Bereitschaft muss die Politik aufnehmen.

    berlinpolis Umfrage zum Klimaschutz

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    Willkommen bei zukunftmobil!

    In diesem Weblog geht es um die Zukunft unserer Mobilität. Um Mobilität als Eigenschaft moderner Gesellschaften, um Mobilität als Triebfeder, die globale Verständigung und globalen Wettbewerb, wirtschaftliche und soziale Entwicklung überhaupt erst ermöglicht.

    Und das alles in Zeiten des Klimawandels. Oder besser gesagt, in Zeiten, in denen der „Kampf gegen den Klimawandel“ als alles veränderndes Top-Thema die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen bestimmt.

    Wir laden Sie ein, im Blog interaktiv dabei zu sein und Ihre Meinung zu sagen zum Thema „Zukunft mobil.“

    Auf einen regen Ideen-Austausch – Bis gleich im Blog!

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